Energieausweise für Wohn- und Gewerbegebäude

Bedarfsausweise und Verbrauchsausweise für Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Ausstellungsberechtigung nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Energieausweis-Pflicht: Bedarfs- oder Verbrauchsausweis

Der Bedarfsausweis zeigt, wie viel Energie eine Immobilie benötigt. Der Verbrauchsausweis basiert aus dem tatsächlichen Heizenergieverbrauch der Bewohner bzw Mieter.

Zeigt den Energieverbrauch

Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der Bewohner in den letzten drei Jahren. Dafür werden zum Beispiel Heizkostenabrechnungen ausgewertet.

Der Vorteil: Er ist einfacher zu erstellen und meist günstiger.

Der Nachteil: Ein Verbrauchsausweises stark vom Verhalten der Bewohner abhängt.

Zeigt den Energiebedarf

Der Bedarfsausweis wird von einem Experten berechnet.

Dabei werden Bauweise, Dämmung, Fenster, Heizung und andere technische Eigenschaften des Gebäudes untersucht.

Der Vorteil: Er zeigt den theoretischen Energiebedarf des Gebäudes und ist unabhängiger vom Verhalten der Bewohner.

Wahlfreiheit oder Bedarfsausweis

Eigentümer können bei Bestandsgebäuden zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis wählen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Das Gebäude hat mindestens 5 Wohnungen, oder
  • Das Gebäude wurde nach der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 gebaut, oder
  • Das Gebäude wurde später energetisch saniert, sodass es ungefähr diesem Standard entspricht.

 

Wann ist der Bedarfsausweis Pflicht?

  • das Gebäude weniger als 5 Wohnungen hat und
  • der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und
  • das Gebäude nicht energetisch modernisiert wurde.
  • Wenn es sich um einen Neubau handelt 

Die wichtigsten Fragen zu Energieausweisen

Sollten Sie zum Ablauf oder zu den Kosten für Energieausweise offene Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren.  

FAQ zu Energie-Verbrauchsausweisen

Variante der AusstellungKostenschätzungBeschreibung
Einfamilienhaus, Doppelhaus ca. 100–150 €Wir prüfen Ihre Unterlagen aus Plausibilität 
Vor-Ort-Termin (z. B. Energieberater)ca. 150–250 €Gebäude wird optional vor Ort geprüft
Mehrfamilienhausca. 100–250 €+Preis hängt stark von Anzahl der Wohneinheiten ab

1. Heizkostenabrechnungen der letzten 3 Jahre

Die wichtigste Grundlage sind die Energieverbrauchsdaten der letzten drei aufeinanderfolgenden Jahre. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Heizkostenabrechnungen
  • Gasrechnungen
  • Ölrechnungen
  • Fernwärmeabrechnungen
  • Stromabrechnungen (bei elektrischer Heizung)

Wichtig ist, dass der Verbrauch des gesamten Gebäudes nachvollziehbar ist.

2. Allgemeine Gebäudedaten

Zusätzlich werden einige Informationen zum Gebäude benötigt, zum Beispiel:

  • Adresse des Gebäudes
  • Baujahr
  • Anzahl der Wohnungen
  • Wohnfläche bzw. Nutzfläche des Gebäudes
  • Anzahl der Etagen

3. Angaben zur Heizungsanlage

Der Aussteller benötigt außerdem Informationen zur Heizung, zum Beispiel:

  • Art der Heizung (Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe usw.)
  • Baujahr der Heizungsanlage
  • ggf. Warmwasserbereitung (zentral oder dezentral)

4. Leerstände im Gebäude

Falls Wohnungen im betrachteten Zeitraum länger leer standen, sollte das ebenfalls angegeben werden, da dies den Energieverbrauch beeinflussen kann.

Nein, bei einem Verbrauchsausweis reicht in vielen Fällen die Heizkostenabrechnung der letzten drei Jahre und einige Grunddaten zum Gebäude

Dann kann der Energieausweis oft ohne Besichtigung erstellt werden.

Ja, ein Verbrauchsausweis kann grundsätzlich auch bei teilweisem Leerstand ausgestellt werden, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Voraussetzungen bei Leerstand

SituationVerbrauchsausweis möglich?Hinweis
Teilweise Leerstand einzelner WohnungenJaVerbrauchsdaten können rechnerisch angepasst werden
Kurzzeitiger Leerstand (z. B. zwischen Mietern)JaWird normalerweise akzeptiert
Längerer oder erheblicher LeerstandEingeschränktVerbrauchsdaten sind dann oft nicht mehr aussagekräftig
Großteil des Gebäudes über längere Zeit leer Meist nicht sinnvoll / möglichDann wird häufig ein Bedarfsausweis empfohlen

Nein, bei Neubauten kann kein Verbrauchsausweis ausgestellt werden.

Grund: Ein Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten 3 Jahre. Bei einem Neubau gibt es diese Verbrauchsdaten noch nicht.

FAQ zu Energie-Bedarfsausweisen

Die Kosten für einen Bedarfsausweis (bedarfsorientierter Energieausweis) sind deutlich höher als beim Verbrauchsausweis, weil dafür eine technische Berechnung des Gebäudes durchgeführt wird (Dämmung, Fenster, Heizsystem, Bauweise usw.).

 

Variante der ErstellungTypischer PreisBeschreibung
Online-Erstellung (ohne Vor-Ort-Termin)ca. 80–200 €Sie liefern alle Gebäudedaten selbst
Energieberater mit Vor-Ort-Begehungca. 300–500 €Gebäude wird besichtigt und genauer analysiert
Mehrfamilienhausca. 300 € + 30–50 € pro WohneinheitPreis steigt mit Anzahl der Wohnungen
Große Gebäude / komplexe Fälle500–1.000 € oder mehrhöherer Berechnungs- und Analyseaufwand

Für den Bedarfsausweis werden vor allem benötigt:

  • Gebäudedaten (Baujahr, Fläche, Nutzung)
  • Informationen zur Gebäudehülle (Wände, Dach, Fenster)
  • Heizungs- und Anlagentechnik
  • Baupläne und Sanierungsnachweise

 

Im Detail:

1. Allgemeine Gebäudedaten

Benötigte AngabeBeschreibung
Adresse des GebäudesLage und Gebäudetyp
BaujahrJahr der Errichtung
Anzahl der Wohneinheitenz. B. Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus
Gebäudetypfreistehend, Reihenhaus, Doppelhaus usw.
Wohnfläche / Nutzflächebeheizte Fläche des Gebäudes
Anzahl der Geschosseinklusive Dachgeschoss

2. Baukonstruktion und Dämmung

BauteilBenötigte Informationen
AußenwändeBauart, Dämmung, Material
Dach / oberste GeschossdeckeDämmung und Aufbau
Kellerdecke / BodenplatteDämmung vorhanden oder nicht
FensterBaujahr, Verglasungsart (z. B. doppelt, dreifach)
AußentürenBauart und Dämmstandard

3. Heizungs- und Anlagentechnik

AnlageBenötigte Angaben
HeizungsanlageArt (Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe etc.)
Baujahr der Heizungwichtig für Effizienzbewertung
Warmwasserbereitungzentral oder dezentral
Lüftungssystemnatürliche Lüftung oder Lüftungsanlage
erneuerbare Energienz. B. Solarthermie oder Photovoltaik

4. Bauunterlagen (wenn vorhanden)

UnterlageNutzen
Baupläne / GrundrisseFlächen und Bauteile können genau ermittelt werden
BaubeschreibungInformationen zu Materialien und Dämmung
Energie- oder Sanierungsnachweisefrühere energetische Berechnungen
Rechnungen von Modernisierungenz. B. neue Fenster oder Dämmung

5. Angaben zu Modernisierungen
Wenn das Gebäude saniert wurde, sind wichtig:

MaßnahmeBeispiel
Fenster erneuertz. B. neue Wärmeschutzfenster
FassadendämmungJahr und Dämmstärke
DachdämmungArt und Dicke
Heizung erneuertJahr und System

Ja, ein Vor-Ort-Termin ist bei einem Bedarfsausweis oft sinnvoll, auch wenn er rechtlich nicht immer zwingend vorgeschrieben ist.

Der Nutzen hängt stark davon ab, wie vollständig und zuverlässig die vorhandenen Gebäudedaten sind.

Vorteile eines Vor-Ort-Termins

VorteilErklärung
Genauere DatenerfassungBauteile, Dämmung und Fenster können direkt geprüft werden
Weniger SchätzungenFehlende Angaben müssen nicht pauschal angenommen werden
Realistischere EnergiekennwerteDer Ausweis spiegelt den tatsächlichen Zustand besser wider
Beratung möglichEnergieberater können Modernisierungsempfehlungen geben
FehlervermeidungUnklare Bauunterlagen können vor Ort überprüft werden

Wann ein Vor-Ort-Termin oft nicht nötig ist

SituationGrund
NeubauAlle Daten liegen aus der Planung vor
vollständige Baupläne vorhandenBauteile und Flächen sind exakt dokumentiert
einfache Gebäude (z. B. Einfamilienhaus)Datenerfassung kann auch über Unterlagen erfolgen

Nein, Bedarfsausweisen mit einem nötigen Vor-Ort Termin können wir nur im Großraum Leipzig, Waren (Müritz) und Bremen anbieten. 

Ist ein Vor-Ort Termin nicht nötig, stellen wir Bedarfsausweise für Gebäude deutschlandweit aus. 

Energieausweise

Melden Sie sich für eine Terminvereinbarung jederzeit gerne bei uns.

Hannes Brandt

Ingenieur für Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik
Energieberater für Wohngebäude / Nichtwohngebäude
mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse (LCA)