Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Energieberatung nach BAFA-Standard

Vom zertifizierten Energie-Effizienz-Experten (EEE) für Wohn- / Nichtwohngebäude und Baudenkmäler.

Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein nach BAFA-Standard erstelltes Beratungsdokument, das den energetischen Sanierungsprozess eines Bestandsgebäudes in aufeinander abgestimmte Einzelschritte gliedert. Er legt fest, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, wie sie zusammenwirken und welches Endziel — in der Regel ein bestimmtes Effizienzhaus-Niveau — damit erreichbar ist. Der iSFP gilt zehn Jahre ab Ausstellungsdatum und kann etappenweise umgesetzt werden.

Für wen ist der iSFP geeignet?

Eigentümer & Selbstnutzer

Vermieter & WEG

Warum einen Sanierungsfahrplan erstellen lassen?

Viele Eigentümer starten mit einer einzelnen Maßnahme — neues Dach, neue Fenster, neue Heizung — ohne zu wissen, ob diese Reihenfolge technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Der iSFP schafft hier Klarheit: Ein zertifizierter Energie-Effizienz-Experte analysiert das Gebäude vollständig, bewertet die Wechselwirkungen zwischen den Bauteilen und entwickelt einen abgestimmten Sanierungspfad. Das verhindert Fehlinvestitionen — etwa eine überdimensionierte Heizung, die kurz darauf durch eine Dämmmaßnahme obsolet wird.

Höhere Förderquoten durch den iSFP-Bonus

Wer Einzelmaßnahmen ohne Fahrplan umsetzt, erhält den Basis-Fördersatz der BEG EM — bei Hüllmaßnahmen derzeit 15 %. Mit einem vorliegenden iSFP steigt dieser Satz um 5 Prozentpunkte auf 20 %. Der Bonus gilt ab der ersten umgesetzten Maßnahme und macht sich damit unmittelbar bemerkbar — nicht erst nach mehreren Sanierungsschritten.

Verdopplung der anrechenbaren Kosten

Der finanzielle Hebel des iSFP liegt nicht allein im höheren Fördersatz. Entscheidend ist, dass sich die maximal anrechenbaren Kosten bei Hüllmaßnahmen für ein Einfamilienhaus von 30.000 € auf 60.000 € verdoppeln. Bei größeren Investitionen — etwa einer Dachsanierung oder Fassadendämmung — macht dieser Unterschied in der Förderberechnung oft mehr aus als der Prozentsatz selbst. Die Beispielrechnung weiter unten zeigt das konkret.

Fachliche Beratung als Grundlage

Der iSFP ist kein Formular, sondern das Ergebnis einer fundierten gebäudetechnischen Analyse. Als Energieberater nehmen wir das Gebäude vollständig auf, berechnen den Ist-Zustand und leiten daraus einen Maßnahmenpfad ab, der technisch konsistent und fördertechnisch optimal ist. Sie erhalten eine belastbare Entscheidungsgrundlage — auch gegenüber Handwerkern, Hausverwaltungen oder Miteigentümern.

Förderung der iSFP-Erstellung durch die BAFA

Die Kosten für die iSFP-Erstellung werden durch die BAFA bezuschusst: 650 € für Ein- und Zweifamilienhäuser850 € für Mehrfamilienhäuser ab drei Wohneinheiten. Der Antrag wird vor Beginn der Beratung gestellt — wir übernehmen auf Wunsch die Antragstellung für Sie.

Ablauf der iSFP-Erstellung

Sechs Schritte vom ersten Gespräch bis zum Tilgungszuschuss auf dem Konto.

01

Erstgespräch und Fördermittelantrag

Wir besprechen Ihr Gebäude, Ihre Ziele und den zeitlichen Rahmen. Im Anschluss stellen wir den BAFA-Förderantrag für die Beratungsleistung — dieser muss vor der eigentlichen Beratung genehmigt sein.

02

Begehung und Bestandsaufnahme

Wir nehmen den Ist-Zustand des Gebäudes vor Ort auf: Bauteilaufbauten, Wärmeerzeuger, Lüftungssituation, Fenster, Keller und Dach. Vorhandene Pläne und Unterlagen werden gesichtet und ergänzt.

03

Energetische Analyse und Maßnahmenentwicklung

Auf Basis der Bestandsaufnahme wird der aktuelle Energiebedarf berechnet. Aus dem Maßnahmenpool werden sinnvolle Einzelschritte abgeleitet und in einer optimierten Reihenfolge zusammengestellt, sodass jede Maßnahme auf die nächste aufbaut.

04

Erstellung des iSFP-Dokuments

Der Sanierungsfahrplan wird in der standardisierten BAFA-Vorlage ausgefüllt. Er enthält den Gebäudezustand, alle geplanten Maßnahmen mit Kostenschätzung, die erreichbaren Effizienzklassen je Umsetzungsstufe sowie das langfristige Ziel.

05

Beratungsgespräch und Übergabe

Wir erläutern den Fahrplan im persönlichen Gespräch, beantworten offene Fragen und geben Empfehlungen zur Reihenfolge und Priorisierung. Sie erhalten das vollständige Dokument sowie eine Kurzversion für den Hausgebrauch.

06

Verwendungsnachweis und Auszahlung der Beratungsförderung

Nach Abschluss der Beratung und Übergabe des iSFP wird der Verwendungsnachweis bei der BAFA eingereicht. Dieser enthält die Beratungsrechnung sowie den erstellten Sanierungsfahrplan. Die BAFA prüft den Nachweis und zahlt den Zuschuss (650 € für EFH/ZFH, 850 € für MFH ab 3 WE) anschließend direkt aus. Wir bereiten den Verwendungsnachweis vor und unterstützen Sie bei der Einreichung.

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): unverbindliches Beratungsgespräch vereinbaren

Beispielrechnung: Dachsanierung mit und ohne iSFP

Das folgende Beispiel zeigt, wie sich der iSFP-Bonus auf die tatsächliche Förderung bei einer Einzelmaßnahme auswirkt. Grundlage ist ein freistehendes Einfamilienhaus (Baujahr 1975, ca. 160 m² Wohnfläche). Geplant ist die Dachsanierung mit Aufsparrendämmung und Neueindeckung, Gesamtinvestition 70.000 € brutto. Hinzu kommt die Fachplanung und Baubegleitung durch den Energieberater mit 2.500 €.

Rechenbeispiel – Dachsanierung EFH, Bruttoinvestition 70.000 € zzgl. Fachplanung 2.500 € 

PositionOhne iSFPMit iSFP +5 %
Kosten iSFP-Erstellung (Eigenanteil nach BAFA-Förderung)1.700 €
Investitionskosten Baumaßnahme (brutto)70.000 €70.000 €
Max. anrechenbare Kosten (BEG EM, Hülle EFH)30.000 €60.000 €
Fördersatz Baumaßnahme15 %20 %
Zuschuss Baumaßnahme4.500 €12.000 €
Kosten Fachplanung / Baubegleitung (Energieberater)2.500 €2.500 €
Zuschuss Fachplanung (50 %, pauschaler Fördersatz)1.250 €1.250 €
Gesamtzuschuss5.750 €13.250 €
Nettoinvestition nach Förderung66.750 €60.950 €

Der iSFP wirkt auf zwei Ebenen gleichzeitig

Der Fördersatz steigt von 15 % auf 20 %, und die maximal anrechenbaren Kosten verdoppeln sich von 30.000 € auf 60.000 €. Selbst nach Abzug des iSFP-Eigenanteils von 1.700 € ergibt sich bereits bei dieser ersten Maßnahme eine Ersparnis von 5.800 € gegenüber der Sanierung ohne Fahrplan. Bei weiteren Maßnahmen in folgenden Jahren profitieren Sie zusätzlich.

Was passiert bei mehreren Maßnahmen?

Der iSFP-Bonus gilt für jede BEG-Einzelmaßnahme im Fahrplan, die innerhalb der zehnjährigen Gültigkeitsdauer umgesetzt wird. Die Kosten für den Fahrplan fallen einmalig an — der finanzielle Vorteil wirkt bei jeder weiteren Maßnahme erneut.

Besonders relevant: Die Kostenhöchstgrenze von 60.000 € anrechenbarer Kosten gilt pro Kalenderjahr — unabhängig von der Anzahl der Maßnahmen. Im darauffolgenden Jahr beginnt sie neu. Wer also Dach und Fassade auf zwei Kalenderjahre aufteilt, kann in jedem Jahr bis zu 60.000 € ansetzen und erhält damit in beiden Jahren den vollen iSFP-Fördersatz von 20 %. Ohne Fahrplan wären es jeweils 30.000 € zu 15 %.

Die wichtigsten Fragen zur Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Der Energieausweis dokumentiert den aktuellen energetischen Zustand eines Gebäudes — er beschreibt, wo das Gebäude heute steht. Der iSFP hingegen ist ein Planungsinstrument: Er zeigt auf, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind und welches Ziel damit erreichbar ist. Beide Dokumente haben unterschiedliche Funktion und ersetzen einander nicht.
Nein. Der iSFP ist freiwillig. Er ist jedoch Voraussetzung für den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten auf BEG-Einzelmaßnahmen. Wer diesen Bonus nutzen möchte, muss den Fahrplan vor Beginn der geförderten Maßnahmen erstellt haben.
Der iSFP ist ab Ausstellungsdatum zehn Jahre gültig. Innerhalb dieses Zeitraums kann er zur Begründung von BEG-Förderanträgen herangezogen werden, sofern die jeweilige Maßnahme im Fahrplan enthalten ist.
Ja. Damit der iSFP-Bonus für eine Maßnahme angerechnet werden kann, muss der Sanierungsfahrplan vor der Antragstellung zu dieser Maßnahme bei der KfW oder BAFA vorliegen. Eine nachträgliche Erstellung wird nicht anerkannt.
Der iSFP darf ausschließlich von Energie-Effizienz-Experten (EEE) erstellt werden, die in der Expertenliste des Bundes (dena) gelistet sind. Der Berater muss für den entsprechenden Gebäudetyp (Wohngebäude oder Nichtwohngebäude) zugelassen sein.

Der Aufwand hängt von Gebäudegröße und Unterlagenverfügbarkeit ab. In der Regel ist mit einem Bearbeitungszeitraum von zwei bis vier Wochen nach der Begehung zu rechnen. Wir erstellen nach Anfrage ein transparentes Angebot.

Die BAFA bezuschusst die Beratungskosten mit 650 € für Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. 850 € für Mehrfamilienhäuser.

Grundsätzlich nein — der iSFP dokumentiert einen konkreten Sanierungspfad. Wenn sich die Rahmenbedingungen wesentlich ändern (z. B. durch einen Eigentümerwechsel oder bauliche Veränderungen), kann ein neuer iSFP erstellt werden. Eine geringfügige Anpassung des Maßnahmenpfades ist nach Rücksprache mit dem Berater möglich.
Nein. Der iSFP-Bonus gilt ausschließlich für Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik im Rahmen der BEG EM — nicht für den Heizungstausch (BEG EM Heizung). Dennoch ist der iSFP eine wertvolle Grundlage für die Heizungsmodernisierung: Er beschreibt die sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen und zeigt auf, welche baulichen Veränderungen — etwa Dämmung oder Fenstererneuerung — vor dem Heizungstausch sinnvoll sind. Das ist relevant, weil jede Verbesserung der Gebäudehülle die Heizlast senkt. Wer zuerst dämmt und danach die Heizung plant, vermeidet eine Überdimensionierung und wählt die richtige Anlagengröße.
Mittelbar ja. Der iSFP selbst steigert den Wert nicht direkt, aber die auf seiner Grundlage umgesetzten Maßnahmen verbessern die Energieeffizienzklasse des Gebäudes. Eine bessere Energieklasse wirkt sich nachweislich auf den Marktwert aus — energieeffiziente Gebäude werden bei Käufern und Finanzierern zunehmend bevorzugt. Der iSFP liefert darüber hinaus eine transparente Dokumentation des Sanierungsstands, die bei Verkauf oder Vermietung als Nachweis der geplanten und umgesetzten Maßnahmen dienen kann.

Der iSFP muss mindestens drei enthalten. Die Maßnahmen werden in einer sinnvollen Reihenfolge dargestellt, die den Weg zum angestrebten Effizienzhaus-Niveau beschreibt. Welche Maßnahmen konkret aufgenommen werden, ergibt sich aus der Bestandsaufnahme und der energetischen Analyse des Gebäudes — es geht nicht um eine vollständige Auflistung aller denkbaren Maßnahmen, sondern um einen priorisierten, aufeinander abgestimmten Sanierungspfad.

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Melden Sie sich für eine Terminvereinbarung jederzeit gerne bei uns.

Hannes Brandt

Ingenieur für Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik
Energieberater für Wohngebäude / Nichtwohngebäude
mit Zusatzqualifikation Lebenszyklusanalyse (LCA)